Wie Unternehmen schlauer werden: Die schwierige Reise zum digitalen Erfolg

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Wie Unternehmen schlauer werden: Die schwierige Reise zum digitalen Erfolg

Teil 1: Die Herausforderungen auf dem Weg zur digitalen Organisation

Digitalisierung! Das bedeutet die Einführung von neuen leistungsfähigen Technologien und die Nutzung von allgegenwärtigen Daten. Das Ergebnis sind strategische Optionen für neue Produkt, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Gleichzeitig entstehen vielfältige neue Möglichkeiten auf der operativen Ebene für die Gestaltung, Koordination und Steuerung von Menschen, Prozessen und Arbeitsabläufen.

Bei der „digitalen Transformation“ geht es nicht nur um Investitionen in digitale Technologien und veränderte Geschäftsmodelle. Viel mehr Aufmerksamkeit braucht die Organisation, die in der Lage sein muss, die ausgewählten digitalen Strategien umzusetzen. Die „digitale Organisation“.

Die Herausforderungen für Unternehmen beim Übergang vom Industriezeitalter ins digitale Zeitalter beschreibt mein Kollege Lee Bryant so:

„Die Managementtheorie des 20. Jahrhunderts basierte auf der Vorstellung, dass eine besondere Gruppe von Menschen in der Lage war, die Geschäftsdynamik zu analysieren, die Zukunft auf der Grundlage dieses speziellen Wissens vorherzusagen und den Weg zum Erfolg zu planen. Dieser Plan konnte in eine Reihe von atomaren Prozessen zerlegt und die Arbeiter ausgebildet werden, um sie zu erfüllen. Es war die Logik der Produktionslinie in der Fabrik, die auf die Büroarbeit angewendet wurde. Sie funktionierte mehr oder weniger, solange sich während des mehrjährigen Planungszyklus nur sehr wenig änderte. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Prozesse hinzu, um Ausnahmen, Probleme oder Ausfälle zu bewältigen, was dazu führte, dass das unternehmerische Handeln allmählich verknöchert und bürokratisch wurde, auch wenn die Organisationen durch Prozessoptimierung effizienter wurden.“ [1]

Erfolgreiche digitale Unternehmen dagegen haben eine ausgeprägte organisatorische Fähigkeit, ihre Tools und Daten passend zu der Geschwindigkeit sich schnell ändernder Technologien und Marktbedingungen zu nutzen, um sowohl Personal- als auch Kapitalressourcen dynamisch einzusetzen und zu rekonfigurieren.

Veränderungen in den Unternehmen entfalten sich oft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Tools und Daten, das ist klassisch die Domäne der IT. Die Digitalisierung lebt nicht von IT alleine, an einer anderen Stelle im Unternehmen werden durch die digitale Transformation weitreichende Veränderungen notwendig. Es geht dabei um die Gestaltung des digitalen Arbeitsplatzes und der digitalen Arbeitswelt, aber insbesondere auch darum, wie die Menschen im Unternehmen lernen mit den Potentialen der digitalen Innovationen kompetent umzugehen und die damit verbundenen Chancen zu nutzen.

Die Transformation zu einer erfolgreichen digitalen Organisation erfordert, sich mit einer Reihe von Herausforderungen zu beschäftigen:

  • Wie kann man digitale Daten nutzen, um Entscheidungen zu treffen, Maßnahmen abzuleiten und für die Zukunft zu lernen?
  • Wie ermöglicht man eine bereichsübergreifende und unternehmensweite Zusammenarbeit, um die vorhandenen Fachkenntnisse schnell in neuen Situationen nutzen zu können?
  • Wie fördert man Selbstorganisation auf den verschiedenen Ebenen, um unter sich rasch verändernden Bedingungen zeitnah handeln zu können?
  • Wie kann im Zuge der Digitalisierung des Unternehmens das Herausbilden von neuen Verhaltensnormen und -routinen in der Breite des Unternehmens gefördert werden?
  • Wie kann man im Unternehmen die vielfältig vorhandenen Kompetenzlücken im Hinblick auf die digitalen Fähigkeiten überwinden?
  • Wie kann man im Unternehmen Menschen ermutigen, mehr Verantwortung für ihr eigenes kontinuierliches Lernen zu übernehmen?
  • Wie kann ein Unternehmen seine Führungskräfte fördern und unterstützen, als „digitale Führungskräfte“ zu agieren?

Wenn man die Veränderungen als Reise ansieht, dann wird diese sicher manchmal unangenehm werden. Es gibt eben nicht mehr diese besondere Gruppe von Menschen, die in der Lage sind, die zukünftige Geschäftsdynamik vorherzusagen. Viele Veränderungen werden in einem Bereich angestoßen und haben massive Auswirkungen in anderen Bereichen, sind also interdependent und iterativ. Dies erfordert ganz neue Formen der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung über die verschiedenen „Verantwortungsbereiche“ im Unternehmen hinweg.

[1] Lee Bryant (2018), Bridging the Digital Skills Gap in the Digital Workplace, URL: https://postshift.com/bridging-the-digital-skills-gap-in-the-digital-workplace/, Stand: 18.06.2018