Die Community: Organisationsmodell im Enterprise 2.0

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Welches Organisationsmodell wird im Enterprise 2.0 dominieren?

Auf diese Frage gibt es so richtig noch keine Antwort. Aber je nachdem, welche Herausforderung für ein Unternehmen im Vordergrund steht, es muss die geeignete Organisation dahinter stehen. Das Pendel bewegt sich dabei zwischen Performance und Innovation!

Die Klassiker: Hierarchie, Prozesse, Projekte!

Organisationsmodelle

Die Merkmale und Vorteile von Hierarchie, Prozess- und Projektorganisation kennen wir. Geht es darum, stabile, wiederkehrende, automatisierbare Aufgaben zu erfüllen, sind wir froh, wenn wir den Reisekostenantrag effizient mit unserer Verwaltung abrechnen können und der Produktionsprozess möglichst störungsfrei abläuft.

Auch für formale Weisungsbefugnisse, wenn wir einen Verantwortlichen suchen, ist eine hierarchische Organisation sinnvoll. Optimierte Auftragsabwicklungs- und Lieferprozesse, über die sich jeder Kunde freut, benötigen im Hintergrund eine Prozessorganisation, um reibungslos zu funktionieren. Für besondere, innovative Aufgaben mit unbekannten Lösungen haben wir die Projektorganisation eingeführt, in der ein Expertenteam versucht, diese zu erarbeiten.

Wenn alles so Lehrbuchmäßig verlaufen würde, hätten wir eigentlich keinen Bedarf nach weiteren Organisationsmodellen.

Wie sieht die Realität aus?

Heute müssen Unternehmen mit instabilen Zuständen bedingt durch kurze Innovationszyklen und differenzierte Kundenbedürfnisse umgehen können. Standardisierte, automatisierte Aufgaben in Prozessen oder in der Linie laufen in permanent wechselnden Umfeldbedingungen dann auch nicht mehr reibungslos. Es gibt Unvorhergesehenes, Komplikationen, Risiken, die es kurz- bis langfristig zu bewältigen gilt und zunehmend Aufgaben, die einen hohen Abstimmungs- und Kommunikationsbedarf beinhalten und darüber hinaus noch über viele Standorte verteilt sind. Auch in Projekten gibt es in der Regel einen erheblichen Bedarf für Wissensaustausch und Konsensfindung zwischen den Projektmitgliedern. Und das Thema Innovation haben wir auch noch nicht optimal verortet.

Die Neue: Community!

Das Organisationsmodell, nennen wir es Community, soll uns dabei helfen. Communities bieten sowohl für “Unterbrechungen in Standardprozessen” als auch für Projektbegleitende Maßnahmen eine geeignete Organisationsform für schnelle Kommunikation, Kollaboration, Abstimmung und Austausch.

Würden wir unsere vertikale Zusammenarbeit, ob in der Hierarchie, in Prozessen oder in Projektteams mit einer horizontalen Kollaboration in Communities verbinden, könnten wir sowohl in Störungsfällen, als auch bei innovativen Vorhaben auf ein funktionierendes soziales Netzwerk von Menschen, Kollegen, Experten, Freunden, die uns unterstützen könnten, zurückgreifen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass wir uns dieses Netzwerk schaffen.

Horizontale Kollaboration

 

Aber für welche Aufgaben sind Communities die ultimative Lösung?

Ich unterscheide da Aufgaben, die in den klassischen Organisationsmodellen eher schlecht als recht funktioniert haben und Aufgaben, die es so zuvor noch gar nicht gab.

Zum ersten Teil gehören sicher viele Aufgaben in den Bereichen Ideen- und Innovationsmanagement, Kundenmanagement, Servicemanagement und Support, aber auch Employer Branding und Recruiting. In diesen Bereichen, insbesondere in Richtung Kunde sind viele Unternehmen ja schon längst unterwegs, vor allem Unternehmen im B2C und Unternehmen, die ihren Umsatz im Internet machen. Hier sind Communities nicht mehr wegzudenken.

Die “neuen” Aufgaben, die es so zuvor noch nicht gab, formieren sich jetzt erst intern in den Unternehmen und benötigen auch eigene Abläufe, Regeln und Werkzeuge. Dazu müssen wir vor allem wissen, wie in einer Community Zusammenarbeit funktioniert. Ich habe darauf auch noch mehr Fragen als Antworten. Ein paar interessante Zitate dazu aus einem Community Manager Kurs:

Die persönliche Stärke in der Community entfalten und die Arbeit auf viele Schultern verteilen.

Qualitätsgesicherte Prozesse sind die Voraussetzung für das Funktionieren einer Community.

Innovationen entstehen besser in der Vernetzung, d.h. in Communities, die Umsetzung erfolgt besser in der Hierarchie.

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