Wer ist in den Unternehmen für Enterprise 2.0 und Social Business verantwortlich?

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Eine Vielzahl an Studien der vergangenen Jahre beschäftigt sich mit der Frage wer die Treiber bei der Einführung von Enterprise 2.0 sind bzw. welche Bereiche Web 2.0-Technologien nutzen. Typische Fragestellungen nach den Treibern sind:

  • Von wem geht die Initiative für Social Collaboration aus?
  • Wer im Unternehmen ist für das Thema Enterprise 2.0 bzw. Social Business hauptverantwortlich?
  • In welcher Abteilung ist das zentrale Koordinationsteam für solche Initiativen anzutreffen?
  • Wer unterstützt am häufigsten die Integration von sozialen Techniken in Geschäftsprozesse?

Zu den Bereichen die Web 2.0-Technologien nutzen, findet man Fragestellungen wie:

  • Welche Bereiche im Unternehmen setzen Social Media ein?
  • Welche Bereiche ziehen den größten Nutzen aus Web 2.0-Tools?
  • Welche Abteilungen sind die aktivsten Nutzer von internen Enterprise 2.0-/Social Business-Lösungen?
  • Wo im Unternehmen sitzen die Social Media-Praktiker?

Dazu haben wir rund 90 Studien zu diesen Themen im Zeitraum von 2007 bis 2013 ausgewertet. Um Trends zu erkennen, haben wir zwei Gruppen gebildet. Die eine Gruppe umfasst Studien bis einschließlich 2010, die andere Gruppe solche von 2011 bis heute.

Der Vergleich der beiden Gruppen zeigt zunächst einmal, dass das Thema in den Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat. Was die folgende Grafik zeigt ist, dass sich alle Bereiche sowohl in ihrer Social Media Nutzung als auch in ihrer Rolle als Treiber für die Einführung weiterentwickelt haben.

20130723_Portfolio Bereiche 2010 vs. heute Gruppe 1

Die Größe der Kreise gibt dabei die Häufigkeit an, mit der ein Bereich in den verschiedenen Studien untersucht wurde. Am umfangreichsten hat der Bereich Informationstechnologie als Treiber für die Einführung zugenommen. Dahinter verbirgt sich sowohl die zunehmende Bedeutung von sozialen Technologien für den Arbeitsalltag, als auch die höhere technische Komplexität integrierter Plattformen.

Der Marketing-Bereich ist traditionell ein wichtiger Akteur für Social Media in den Unternehmen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Der Marketing-Bereich hat eine eindeutige und klar geregelte thematische Zuständigkeit für das Spektrum an Marketing-bezogenen Aktionsfeldern.

Das Top-Management wurde schon in früheren Studien als wichtiger Treiber identifiziert. Mittlerweile hat auch die Nutzung von sozialen Technologien beim Top-Management zugenommen, dadurch ist das Thema in vielen Führungskreisen auf die Agenda gerückt. Damit das Top-Management seine Rolle als Treiber auch zukünftig spielen kann, muss sowohl die Akzeptanz als auch die Kompetenz bei den Führungskräften weiter aufgebaut werden.

Die Unternehmenskommunikation hat über alle ausgewerteten Studien hinweg als Treiber zugenommen. Die Akteure sind dabei typischerweise innovative Visionäre. Für die alltägliche Arbeit scheint es aber einen Nachholbedarf zu geben. Beispielsweise setzen viele Kampagnen zur Einführung von Enterprise 2.0/Social Business nach wie vor auf klassische Vorgehensweisen und nutzen noch selten virale Kampagnen oder eine Begleitung der Einführung über Business-Communities.

Der Human Resource-Bereich gewinnt als treibende Kraft langsam an Bedeutung. Allerdings ist dieser Bereich noch ein Stück weit davon entfernt, eine zukunftsgerichtete tragende Rolle bei der Einführung zu spielen. Da es darum geht, die Mitarbeiter für die Nutzung dieser Werkzeuge, vor allem aber um eine handfeste Strategie wie sich die Arbeit neu organisiert werden kann, wird der Nachholbedarf sichtbar.

 

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  • Harald Schirmer

    Warum versucht man eine Entwicklung, die ganz klar das “Gemeinsam” und “Mitmachen” durch alle Ausprägungen lebt, durch einen (ver)alteten Ansatz zu lösen?

    Einführung von Social Media bedarf (in meinen Augen – und durch unseren Erfolg belegt) einer sehr engen Kooperation von allen Beteiligten. Es geht um Kultur – und die ist (bekanntlich) keine Software.

    Auch nach der Einführung sehe ich nicht die typischen zentralen Verwaltungs- und Koordinationsstellen – vielmehr eine kollaborative Zusammenarbeit – bedarfsgerecht…

    Dazu ist es natürlich die Führungspositionen zu entwickeln #Leadership2.0 – und Leader werden dann nicht mehr nur die Disziplinarischen sein, auch Manager von virtuellen (globalen) Teams – sogar Community Moderatoren brauchen dann die Soft-Skills von Leadern.

    Ich denke man muss an diese Sache ganz anders rangehen – nicht die alten, typischen Macht und Kontrollkonzepte herausholen… In meinen Augen bekommt die HR eine tragende Rolle – wie auch Kommunikation, IT und andere …

    Aber das dauert noch und sollte mit ernst gemeinter Kulturentwicklung auf allen Ebenen begleitet werden.