Empfehlungen zur Einführung von Enterprise Social Software

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Bildnachweis: aboutpixel.de / 0201 | Arbeit. © Steve_ohne_SMichael Chung und Ayush Khanna, zwei Studenten der UC Berkeley School of Information, haben in einer lesenswerten Arbeit die Einführungsbarrieren von Enterprise Social Software analysiert und darauf aufbauend fünf Empfehlungen zur Einführung entwickelt. Dazu haben sie mehrere Fallstudien analysiert und eine Reihe von strukturierten Interviews mit Vertretern von Technologieanbietern und Systemhäusern sowie Verantwortlichen in Anwenderunternehmen geführt.

Hier ihre fünf Empfehlungen zur Einführung von Enterprise Social Software im Überblick.

Einen Meinungsmacher gewinnen

Der Meinungsmacher sollte nicht nur die Werkzeuge nutzen, sondern vor allem ein Verständnis dafür haben, wie diese Werkezuge für das Geschäft nutzbringend eingesetzt werden können. Der Meinungsmacher sollte als Person im Unternehmen bekannt sein, einen gewissen Seniorität-Status und ein gutes internes Netzwerk haben. Vorzugsweise kommt er nicht von der IT-Seite, sondern aus einem Fachbereich.

Anwendungsszenarios definieren

Enterprise Social Software ist keine “Plug-and-Play”-Lösung, die von der Stange gekauft und eingesetzt werden kann. Die Anwender brauchen einen guten Grund, das Potential von Enterprise Social Software abzurufen. Die Empfehlung lautet, gut ausgearbeitete Anwendungsszenarien als Basis für die Einführung zu nutzen. Alleine darauf zu warten, dass den Nutzern ein gutes Anwendungsszenario einfällt, wird als keine so gute Idee angesehen. Unsere Blaupausen für Social Business sind ein möglicher Ansatzpunkt für Überlegungen, wozu man Enterprise Social Software einsetzen kann.

Die Anwender verstehen

Die Empfehlung dazu lautet, sich bei der Einführung Gedanken über das Zielpublikum zu machen. Als Ansatz dafür wird eine Segmentierung nach unterschiedliche Faktoren wie Alter, Fachbereich, Kultur oder die geografische Verteilung im Unternehmens als nützlich angesehen. Vor diesem Hintergrund sollten dann vorrangig solche Anwendungsszenarien gewählt werden, die konkrete Schwachstellen in der Arbeitswelt beseitigen und die nicht im Widerspruch mit der aktuellen Kultur des Unternehmens stehen.

Eine gute Mischung aus Bottom-up- und Top-down-Vorgehen finden

Die aktive Mitwirkung von Führungskräften und dem Top-Management bei der Einführung von Enterprise Social Software ist erfolgsentscheidend. Andererseits darf nicht übersehen werden, dass Mitmachen und Partizipation prägende Elemente von Social Software sind. Daher ist der Wunsch verständlich, nicht nur Vorgaben zu machen und Regelungen aufzustellen, sondern die Mitarbeiter selbst entdecken zu lassen für was sie die Produkte einsetzen. Aber spätestens wenn es darum geht, abteilungsübergreifende oder sogar unternehmensweite Anwendungsszenarien einzuführen, wird man auf ein verstärktes Top-down-Vorgehen bauen müssen.

Die Einführung als Lebenszyklus verstehen

Zur Steuerung der Einführung von Enterprise Social Software ist es wichtig zu erkennen, dass sich die Einführungsargumente und -strategien entsprechend der jeweiligen Phasen im Lebenszyklus  unterscheiden müssen. Die Nutzung der “Technology Adoption Curve” mit der Unterschiedung in “Innovators”, “Early Adopters”, “Early Majority”, “Late Majority” und “Laggards” öffnet den Blick dafür, mit welchen konkreten Argumenten die Anwender für eine Nutzung von Enterprise Social Software überzeugt werden können.

Die fünf Empfehlungen sind ein sehr guter Startpunkt für die Planung der Einführung von Enterprise Social Software (aka Enterprise 2.0, Social Business, E-Collaboration). Gibt es weitere Empfehlungen zur Einführung von Enterprise Social Software?

Bildnachweis – Bild oben: aboutpixel.de / 0201 | Arbeit. © Steve_ohne_S

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