Der Wandel der Unternehmen durch Social Media setzt sich fort

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Meine Kollegen und ich sind gerade dabei, unsere diesjährige Social Business-Studie (aka Enterprise 2.0, Collaboration 2.0 usw.) zu erstellen. Wie im letzten Jahr haben wir als Grundlage der Studie qualitative Fallstudienmaterialien aus vielfältigen Quellen von Unternehmen und Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) genutzt. Eine erste Beobachtung: seit unserer Studie im letzten Jahr hat sich das Thema dynamisch weiterentwickelt. Im letzten Jahr konnten wir von einer Fallbasis von 72 Unternehmen und Organisationen ausgehen, in diesem Jahr können wir bereits auf Informationen aus über 200 Unternehmen und Organisationen zurückgreifen.

Anwendungsszenarien werden sichtbar

Als Themenschwerpunkt für die diesjährige Studie haben wir uns das Ziel gesetzt herauszufinden, was die Unternehmen mit Social Software eigentlich machen. Die Anwendungsszenarien für Social Software, wir nutzen dazu den Begriff “Blaupausen”, sind sehr vielfältig und es war spannend herauszufinden, welche Blaupausen es überhaupt gibt. Wir haben bis heute über 50 Blaupausen entdeckt, die sich wiederum in 10 Einsatzfelder zusammenfassen lassen:

Der Hype wird in immer mehr Unternehmen betriebliche Praxis

Bereits in unserer Studie aus dem letzten Jahr konnten wir feststellen, dass Enterprise 2.0 ein positives Momentum hat. Im Hinblick auf die Akzeptanz neuer Technologien hatten wir in Anlehnung an das “Crossing the Chasm“-Modell von Geoffrey A. Moore festgestellt, dass das Thema bei den sogenannten “Pragmatikern” aus der Gruppe der “frühen Mehrheit” (“early majority”) angekommen ist:

Konnte man bislang vor allem in Technik-Fans und Visionären aufgeschlossene Gesprächspartner finden, so sind es jetzt zunehmend Entscheider, die eine Lösung erst dann umsetzen, wenn ein konkreter Nutzen erkennbar ist. Man möchte nicht der erste sein, der sich die Finger verbrennt, deswegen ist man an Erfolgsbeispielen und Erfahrungen aus anderen Unternehmen und Organisationen interessiert.

Vergleicht man die Verteilung der Grundtypen in diesem Jahr kann man feststellen, dass sich dieser Trend ganz “lehrbuchmäßig” fortgesetzt hat:

Social Media in Unternehmen ist inzwischen keine Frage des „nice to have“ mehr, sondern viel mehr ein „must have“. Interessant ist, dass die “Konservativen” aus der Gruppe der “späten Mehrheit” (“late majority”), die eine neue Technologie erst dann nutzen, wenn ein klarer Nutzennachweis vorhanden ist und die Gefahr besteht den Anschluss verlieren zu können, sprunghaft angestiegen ist. Diese Gruppe setzt häufig auf Social Softwarelösungen an der Nahtstelle zu den Kunden. Ob aber jeder schnell aus dem Boden gestampfte Twitter-Account oder jede Facebook-Seite – darauf fokussiert sich diese Gruppe stark – ohne den Verbund mit anderen Anwendungsszenarien überleben wird, muss man sehen.

Bis die Studie fertig gestellt ist werden noch ein paar Tage (Wochen?) ins Land gehen. In der Zwischenzeit werden meine Kollegen und ich in unregelmäßigen Abständen über spannende Zwischenergebnisse berichten. Gestern haben wir uns z.B. ein paar Auswertungen zu den Reifegraden und Migrationspfaden angeschaut. Aber mehr dazu in naher Zukunft dann wieder hier.

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