Microblogging im Unternehmen

Von:

Lesezeichen | | |

Nachdem ich von Jochen Robes eine Einladung zu einem Vortrag über Microblogging in Unternehmen auf seiner Veranstaltung “Twitter: Kann man mit 140 Zeichen lernen?” im Rahmen der LEARNTEC 2010 bekommen habe, bin ich die eigenen Erfahrungen als aktiver Nutzer von Microblogs gedanklich durchgegangen und habe mit einigen Kollegen über ihre Erfahrungen gesprochen. Es zeigte sich, dass die Erfahrungen um Umgang mit Microblogs genauso vielfältig sind wie deren Einsatzgebiete in Unternehmen. Daher habe ich beschlossen, in meiner Präsentation allen Erfahrungen eine Stimme zu geben und die Vielzahl von Einflussfaktoren in ihrer Wechselwirkung in Form einer SWOT-Analyse darzustellen.

In Twitter begann zunächst eine spannende Diskussion, ob Twitter und Microblogging nicht das Gleiche sind. So wie man heute mit einem Tempo-Taschentuch alle Papiertaschentücher bezeichnet ist Twitter ein Synonym für kurze Status-Updates geworden. Aus meiner Sicht unterscheiden sich Twitter und Microblogging in folgenden Punkten:

  • Microblogging kann mit anderen Internet-Diensten als Twitter realisiert werden
  • Microblogging kann sowohl auf einer zentralen Architektur wie Twitter aufbauen, aber auch dezentrale bzw. verteilte Architekturen nutzen
  • Microblogging hat regelmäßig umfangreichere Features
  • Twitter ist öffentlich, Microblogging kann als Lösung “hinter dem Firewall” eines Unternehmens implementiert werden
  • Microblogging ist nicht auf 140 Zeichen beschränkt, aber die Grundidee bleibt erhalten, nämlich eine Microinformation (eine Information, eine Statusmeldung, eine Idee usw.) zu kommunizieren

Und hier nun als Diskussionsinput die SWOT-Analyse zu Microblogging:

[slideshare id=3067660&doc=microbloggingimunternehmen-100204003520-phpapp01]

Print Friendly and PDF


  • Pingback: uberVU - social comments()

  • Wenn Microblogging auch Nachrichten >140 Zeichen sein können ist mir die Definition noch ein wenig zu weich. Ich bin aber gerne bereit mich an dem “Grundidee Gedanken” zu orientieren.

    Die Frage ist nur an welcher Stelle eine Statusmeldung endet. Und welche Tools es dann sein sollen? Auch andere Microbloggingdienste (z.B. Status.net) setzen die Grenze bei 140 Zeichen. Was jemand schafft dort zu platzieren würde ich durchaus als Microblogging bezeichnen.

    • Joachim Niemeier

      status.net würde ich auch als Microblogging bezeichnen. Ich denke, dass die 140 Zeichen bei status.net aus Gründen der Kompatibilität mit Twitter gewählt wurden.

    • Martina Goehring

      Anbei zwei typische Statusmeldungen aus unseren Projekten, die mehr als 140 Zeichen haben.
      von einem Admin:

      “Aufgrund der Dringlichkeit habe ich den Code in der Datei  taxonomy.php geändert. Das Problem war, dass mylinkorder nicht mehr funktioniert hat aufgrund  eines Schreibfehlers auf die Datei Taxonomy.php.  Auswirkung: wir konnten unsere Links nicht mehr in eine Reihenfolge  bringen. Das geht jetzt wieder.”

      Von einem Event-Redakteur:

      “Vorbericht L.: die Seite von K. bietet sehr wenig, was im Kontext KMU u. Weiterbildung für einen eigenen Post  genutzt werden kann.  Auch von den angefragten Referenten liegen noch keine Rückmeldungen zu  den Interviewfragen vor. Sollte bis morgen nichts eingegangen sein, werde ich in einem Post die  beteiligten Referenten bzw. Organisationen kurz vorstellen.”

      Wir nutzen das P2-Theme von Automattic in Zusammenhang mit WordPress, Yammer und Communote von Communardo bzw. kommerzielle von Unternehmen vorgegebene Tools. Alles Microblogging-Tools, die mehr als 140 Zeichen Text (und darüber hinaus noch andere Funktionen) zulassen.

      • Ich würde Status.net auch als Microblogging bezeichnen. Ohne Zweifel. Das Problem ist m.E. das man theoretisch jedes Blog als Microblog bezeichnen könnte, wenn es nur ausreichend kurze Statements anbietet. Wo/Wie ist also die Grenze zu ziehen zwischen Microblog/Tumblelog (Mesoblogs) und normalen Weblogs?

        Ein Statement mit 1500 Zeichen ist für mich z.B. kein Microblogging. Ich halte die Beschränkung auf eine feste Zeichenzahl bisher für die eindeutigste Unterscheidung. Mein obiger Kommentar sollte nur mal darauf hinweisen, dass die meisten Microbloggingangebote, selbst wenn sie in andere Dienste integriert sind (Facebook, VZ-Gruppe) mit der Zeichenbeschränkung arbeiten.

        Bei den ersten 4 von 5 Punkten die im Beitrag genannt werden sind wir uns einig, aber das mit den Zeichen und der Grundidee ist m.E. noch nicht ausreichend ausdifferenziert.

        @Martina Goehring: Ich will auch nicht in Abrede stellen das es “Status Updates” geben kann die 140 Zeichen übersteigen. Wie sie selbst beschreiben lassen sich ohne weiteres klassische Blogtools (WordPress) mit entsprechenden Designs (P2 Theme) für die Kommunikation und ggf. das Wissensmanagement einsetzen.

        Auch Yammer und Communote gehen in diese Richtung. Meine Frage ist die nach dem Unterschied zwischen einem Gruppenblog und klassischem Microblogging. Wenn es keine technischen Grenzen sind, wie lassen sich die “sozialen” Grenzen bzw. das Nutzerverhalten unterscheiden, um den Begriff Microblogging fassbar zu machen.

        Insbesondere bei der Zunahme im Funktionsumfang frage ich mich an welcher Stelle Microblogging endet. Das viele Anbieter sich “Microblogging Dienst” nennen, weil hier noch mit Unwissen und aktualität Geld & Ruhm verdient werden kann könnte ein Grund sein…

        Ich lasse mich gerne überzeugen, noch bin ich es nicht.

         

        • Joachim Niemeier

          Es wäre mal eine Aufgabenstellung “auszuzählen” wie viele Zeichen man praktisch im Arbeitsalltag in Microblogs verwendet. Ich haben da immer zwei bis fünf Zeilen Text vor Augen.

          Aus Akzeptanz-Gründen reichen 140 Zeichen in der Regel in Unternehmen nicht aus. Der Aufbau eines guten Tweets in 140 Zeichen ist aus meiner Sicht zu aufwändig für einen normalen Wissensarbeiter. Es sind halt nicht alles Haiku-Spezialisten :-)

          Übrigens kann man bei Blog-Software regelmäßig die Anzahl der Zeichen begrenzen, auch in den Kommentarfeldern. Aber dadurch wird ein Blog nicht zwangsläufig zum Microblog. Möglicherweise ist der einfache Zugang noch ein Unterscheidungsmerkmal, bei Microblogs postet man nicht über ein Redaktionssystem.