Wie sozial darf Enterprise 2.0 sein?

Von:

Lesezeichen | | |

Im Vorfeld des Enterprise 2.0-Summits hat Dion Hinchcliffe eine “Enterprise 2.0 Masterclass” gehalten. Eine interessante Diskussion entwickelte sich dort rund um die Frage, ob der Begriff “soziale Software” oder “soziale Medien” für die Akzeptanz in den Unternehmen nicht eher hinderlich ist. Dion Hinchcliffe sagte dazu, dass die Wahl des richtigen Begriffs für die Akzeptanz eines Themas entscheidend ist und “sozial” in den Unternehmen eher als negativ geprägtes Wort gesehen wird. Die ernsthafte Diskussion spielt sich seiner Meinung nach rund um den Begriff “Enterprise 2.0” statt.

Lee Bryant stellte die Frage, welche alternativen Begriffe es dann gibt, die die Rolle von Menschen und Netzwerken im Geschäft aussagefähig beschreiben. Andrew McAfee hat sich ebenfalls zu dem Thema geäußert. Er sieht es als schwierig an, “soziale Werkzeuge” an Entscheidungsträger zu “verkaufen”. Der Begriff “sozial” hilft ihnen nicht zu verstehen, worum es eigentlich geht. Als attraktiver hingegen sieht er den Begriff “kollaborative Werkzeuge”.

Wichtiger als die Wahl eines guten Begriffes ist jedoch zu verstehen, dass der IT-Einsatz in den Unternehmen im Kontext der Enterprise 2.0-Diskussion tatsächlich neue Potenziale und Chancen eröffnet. Diese orientieren sich im Kern weniger an der Unterstützung von Geschäftsprozessen, sondern fokussieren auf die entscheidende Rolle von Menschen und Netzwerken im geschäftlichen Umfeld. Die großen Linien für diese “Social Business Models” sind nach Dion Hinchcliffe:

  • “Network Effects”: Von Netzwerkeffekten spricht man, wenn der Nutzen einer Lösung dann zunimmt, je mehr Nutzer diese Lösung nutzen.
  • “Peer Production”: Unternehmen übernehmen nicht mehr alle Schritte der Wertschöpfung selbst, sondern ermöglichen Wertschöpfung im Netzwerk.
  • “Self Service”: Kunden, Partner und Mitarbeiter werden in die Lage versetzt, bestimmte Aufgaben selbst und gleichzeitig effektiver zu übernehmen.
  • “Open Business Models”: Hierunter versteht man Geschäftsmodelle, die sich an der Open Source Philosphie orientieren.
  • “New Social Power Structures”: Netzwerke und Communities nehmen Einfluss auf die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen der Unternehmen.
Print Friendly and PDF