Tribalisierung von Unternehmen durch Online-Communities

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2008 Tribalization of Business Study Ehrlich gesagt, als ich zum ersten Mal von der “The 2008 Tribalization of Business Study” gelesen habe, war ich im Hinblick auf den Titel der Studie etwas ratlos. Was ist denn “Tribalization”? Nachdem aber das Beratungsunternehmen Deloitte (neben Beeline Labs und der Society of New Communications) als Autor der Studie genannt war, begann ich die Studie durchzublättern. Immerhin wurden über 140 Unternehmen dazu befragt, wie sie mit Online-Communities umgehen, deren Erfolg messen und daraus einen geschäftlichen Nutzen ziehen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Anwendungsbereiche und Zielsetzungen von Online-Communities sehr vielfältig sind. Dies gilt auch für die Art des Geschäftes der Unternehmen (B-to-B, B-to-C, Non Profit usw.), die Online-Communities nutzen. Die befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Community-Aktivitäten am erfolgreichsten waren, wenn es um die Mund-zu-Mund-Propaganda, das Produkt- und Marken-Bewusstsein, die Kundenloyalität und das Einbringen von externen Ideen in das Unternehmen ging. Online-Communities können an vielen Stellen im Unternehmen initiiert werden, der logische Ort für die Betreuung einer Community ist wohl das Marketing. Online-Communities sind nicht nur etwas für große Unternehmen. Das Budget für den Betrieb einer Online-Community kann überschaubar sein, 58 Prozent der Unternehmen geben einen Betrag von kleiner 50.000 $ für die laufenden jährlichen Kosten an und auch der notwendige personelle Aufwand hält sich in Grenzen. 19 Prozent der befragten Unternehmen gaben aber mehr als 200.000 $ für ihre Online-Community aus, 6 Prozent sogar mehr als 1.000.000 $.

Hier die Ergebnisse der Studie im Detail als Präsentation zum Durchblättern:

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Die “Takeaways” der Autoren der Studie sind, dass Online-Communities die Spielregeln neu definieren, sich die Rolle des Marketings in einem Unternehmen deutlich verändern wird und ein neues Denken im Management erforderlich ist. In der Blogosphäre gibt es eine interessante Diskussion zur Aussagekraft und Reichweite der Ergebnisse der Studie, weiter Informationen u.a. dazu habe ich als Lesezeichen unter dem Tag tobs08 abgelegt.

Jetzt ist nur noch zu klären, was denn hinter dem Begriff “Tribalisierung” steckt. Wikipedia half erstmal nicht weiter. Mit Google konnte ich dann lernen, dass Soziologen mit Tribalisierung die Ersetzung von traditionellen Familien- und Dorfbeziehungen durch neue, selbstgewählte und lockere Gemeinschaften bezeichnen. Es geht also, auf den geschäftlichen Bereich übertragen, um die Auflösung bestehender Strukturen und die aktive und eigenverantwortliche Entstehung neuer Gruppen, sogenannter “Communities of Choice”. Aha, also um eine bestimmte Form von Business Transformation!

Mehr Informationen zu den Ergebnissen der Studie und deren Interpretation findet man im folgenden Webinar:

[slideshare id=538095&doc=2008-tribalization-of-business-study-sncr-webinar-1217599445412835-9]

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