Der Beitrag von Konsumenten für Nutzer-generierte Inhalte!

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Mechanismen Nutzer-generierte InhalteAuch im Zeitalter der Nutzer-generierten Inhalte spielen die Konsumenten eine gewichtige Rolle, aber anders. Der Kommentar meines Kollegen Joachim Niemeier zum Beitrag über die Nielsen Regel im Blog von Communardo Human Network Competence veranlasst mich, das Thema auch hier nochmals aufzugreifen. Ich denke, es ist für Unternehmen sehr wichtig, zu verstehen, wie Inhalte im Netz funktionieren und welche Mechanismen dahinter stecken, um eigene Inhaltestrategien realisieren zu können. Inhaltestrategien sind unverzichtbar zur Gestaltung des Internetkanals und der Unternehmenskommunikation, wie auch zur Nutzung von Wissensmanagement und Lernprozessen im Intranet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass ca. 2-6% der Internetnutzer dreiviertel der Internetinhalte, im urheberrechtlichen Sinne, bereitstellt:

“Die Bandbreite reicht von rund zwei Prozent der Nutzer bei Wikipedia oder Flickr bis knapp zehn Prozent bei Gnutella.” Quelle CIO.

Es kommt dabei aber nicht darauf an, ob es 1% laut Nielsen oder einige wenige Prozente sind. Das differiert je nach Popularität des Mediums im Internet.

Es kommt zunächst auch nicht darauf an, dass Unternehmen nun alle Hebel in Bewegung setzen müssen,
diesen geringen Prozentsatz massiv zu erhöhen, auch wenn es natürlich erfreulich ist und für viele Unternehmen von Erfolg gekrönt wird, wenn die Anzahl an Mitarbeitern, die Inhalte neu generieren, steigt.

Es geht im Web 2.0 nicht mehr um “Aktiv” vs. “Passiv”, um “Schöpfer” vs. “Nutznieser”. Diese Regeln basieren auf dem Paradigma der Massenkommunikation und berücksichtigen in keinster Weise die Idee des “Long Tails”. Eine Web 2.0-Anwendung ist also nicht erfolglos, wenn nur ein kleiner Teil der Nutzer Inhalte erzeugt. Jeder hat seine Rolle, die sich im Zeitablauf durchaus ändern kann.

Ausgehend von mir selbst, meine ich, dass all jene, die eigene Inhalte produzieren, auch fremde Inhalte “anfassen” und verändern und Konsument von Inhalten sind. Im Grunde sind 100% der Nutzer immer auch Konsumenten. Die Zahlen aber nur am Rande!

Mechanismen Nutzer-generierte Inhalte

Wir sollten den Blick auf die Intention der Nielsen-Regel werfen, nämlich Konzepte zu entwickeln, wie zukünftige Anwendungen im Hinblick auf breitere Partizipationsmöglichkeiten gestaltet werden können. Wir sollten uns im Hinblick auf Web 2.0-Anwendungen Gedanken machen, wie wir auch Multiplikatoren und Konsumenten (siehe Grafik) mit guten Funktionalitäten unterstützen können.

Dazu muss man beide Seiten berücksichtigen: Den Produktionsprozess von Nutzer-generierten Inhalten (Erzeugen von NGI) und einen “Mehrerlös-erzeugenden” Verwertungsprozess von Nutzer-generierten Inhalten (Profitieren von NGI):

  • Auf der einen Seite werden Inhalte auf unterschiedlichste Art und Weise erzeugt: von einem geringen Prozentsatz generisch und durch Hinzufügen oder Customizing multipliziert. Aber auch Konsumenten, die Inhalte suchen, abonnieren oder sammeln, hinterlassen Nutzerspuren über und zu Inhalten, die wiederum auf der anderen Seite zum Zwecke der Inhalteverwertung und -veredelung ausgewertet und verarbeitet werden können.
  • Auf der “Profitseite” werden Nutzer-generierte Inhalte unterschiedlichster Verwertungsstufen unterzogen, je nach Art, Qualität und Menge der vorliegenden Inhalte.

Beispiele dazu findet man im Kommentar von Joachim Niemeier.

[Update 26.02.2008] Klassifikation von Konsumenten siehe auch die Leiter der Partizipation von Forrester. Dazu wird gefragt: Welcher Art Nutzer sind Sie?

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