Social Networking wird vielfältiger, und Microblogging wird der neue Trend

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Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Den Beginn der Reihe macht Andreas Göldi mit seinen Vorhersagen auf Beobachungen zu Medienkonvergenz. Aus seinen 10 Prognosen ist mein Favorit die Nummer 9 geworden:

Social Networking wird vielfältiger, und Microblogging wird der neue Trend.

Zwei Aspekte waren für die Auswahl entscheiden: Microblogging wurde noch Mitte des letzten Jahres gerade in deutschsprachigen Blogs häufig als unsinnig abgetan (“davon halte ich gar nichts”). Aber wie bei einer SMS hat dann die einfache Nutzbarkeit dazu geführt, dass trotz der Beschränkung auf 140 Zeichen immer mehr mitmachen, und zum Erstaunen vieler Zweifler findet man eine Menge an “Alpha-Tieren” beim regelmässigen Microbloggen. Nun gut, es macht vielleicht nicht so viel Sinn zu lesen “Stehe gerade in Gera auf dem Bahnhof und warte auf den ICE”, aber jedes neue Format muss sich finden. Und gerade die Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten stimmt mich für diese Prognose optimistisch.

Zum Thema Social Networking erlebt man aktuell eine neue Dynamik, auch oder gerade im Unternehmensumfeld. Dass informale Strukturen bedeutsam sind ist ja keine so neue betriebswirtschaftliche Erkenntnis. Aber nun gibt es Technologien, mit denen solche Strukturen gelebt werden können. Und die bevorzugte Form Internet-Nutzung der “Digital Natives”, nämlich Social Networking, wird nicht ohne Einfluss auf die zukünftige Arbeitswelt sein. Innovative Unternehmen denken darüber nach, ihr neues Intranet in Form eines Social Networking-Konzeptes zu gestalten. Offene Kommunikation und Wissensmanagement soll damit endlich machbar werden.

Aber jeder, der an mehr als zwei Netzwerken beteiligt ist, spürt deutlich die Notwendigkeit für offene Strukturen und Standards wie “Open Social“.

Zu den weiteren Beiträgen dieser Reihe:
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  • Dank dem Hinweis von Joachim Niemeier über Twitter erkläre ich hiermit “offiziell” meine Meinungsänderung auch auf dem Centrestage Blog.

    Twitter ist ein ausgesprochen interessantes Tool (auch für mich), das in seiner Verbreitung weiter deutlich zulegen dürfte. Allerdings halte ich meine Feststellung vom Januar, dass bestimmte Berufsgruppen den Zugang dazu nicht unbedingt finden werden, für weiterhin gültig.

  • Beim Microblogging bleibe ich skeptisch. So nett das sein mag, über einen bestimmten Kreis von Nutzern dürfte das nicht hinaus kommen. Der ideale User von Twitter ist jemand, der den ganzen Tag an seinem Bildschirmarbeitsplatz sitzt und nicht nur mit dem Tischnachbarn kommunizieren möchte, sondern mit einem weiten, öffentlichen Raum.

    Andere Berufsgruppen sind da klar im Nachteil, vom Friseur bis zur Ärztin. Denn selbst wenn sie ihr Microblogging über ein Smartphone führen würden – sie können ihr eigentliches “Handswerkszeug” oft über Stunden nicht einfach mal schnell weglegen.

    Bei den Social Networks ist das anders. Auf MySpace oder Facebook brauche ich nicht den ganzen Tag eingeloggt zu sein, um neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende Freundschaften zu pflegen. Diese Dienst sind somit egalitärer und damit für eine weite Verbreitung besser geeignet.