Month: Januar 2008

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E-Learning Comes Home: Enterprise Social Networking im Intranet

Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Bill Brandon beschreibt im Learning Solutions e-Magazine vom 28.01.2008 seine Visionen, wohin sich das Thema E-Learning in diesem Jahr entwickeln wird. Im Artikel “Nine Trends That Will Shape e-Learing in 2008” (abrufbar für Mitglieder der eLearning Guild) hat er zunächst einmal eine ganz nüchterne Sicht:

“This year, no matter what else, will probably be one in which organizations consolidate their technology, and establish stable platforms from which they can move on, perhaps to more significant technologies, in 2009 and later.”

Als einen längerfristigen Trend beschreibt er, dass sich der Kontext von E-Learning über das Thema “Training” und “Performance Support” hinaus weiterentwickelt hat, hinein in die Welt der Kollaboration, der Konnektivität und der “Communities of Practice”. Wenn man den Evangelisten der Enterprise 2.0-Welt glauben darf, dann sind das genau die Themen, die das Unternehmen der Zukunft prägen.

In den Fokus des E-Learning wird “Enterprise Social Networking” rücken. Das Angebot an sozialen Netzwerken in der Internetwelt ist zwischenzeitlich sehr gross und vielfältig, vergleichbar der Vielfalt in der LMS/LMCS-Welt noch vor wenigen Jahren. Trotz aller Bedenken aus Unternehmenssicht im Hinblick auf die Sicherheit und die Urheberrechte von sozialen Netzwerken kann niemand mehr deren Nutzung als Komunikations- und Lernkanal aufhalten. Manche Entscheidungsträger stellen mit Verwunderung fest, was sich bereits alles “bottom-up”, ohne ihr akives Mitwirken, entwickelt hat. Also werden die Unternehmen reagieren und eigene, Bill Brandon nennt es “White Label Social Networks”, realisieren. Auf eigenen Servern, hinter dem Firewall, mit einem eigenen Sicherheits- und Governance-Konzept. Sieht man sich die aktuellen Planungen der Unternehmen für eine Neugestaltung ihrer Intranets an, dürften einige Vorreiter schon im Jahr 2008 die im Zitat erwähnten signifikanteren Technologien angehen.

Online-Reputation wird in den Unternehmen zu einem Thema

Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Pete Blackshaw hat die wichtigsten Buzzwords für das Jahr 2008 vorhergesagt. Mein Favorit ist “Wombagging”. Wombagging ist der Versuch, die eigene Marke von negativen Einflüssen einer Word-of-Mouth-Kampagne zu schützen. Positiv ausgedrückt geht es darum, den eigenen Ruf im Internet aktiv mitzugestalten. 10 Tipps für das digitale Reputationsmanagement findet man bei Klaus Eck, und diese gelten nicht nur für Privatpersonen.

Der D-ELAN startet ins Neue Jahr

Delan LogoE-Learning Aktivitäten in Deutschland werden nicht immer so honoriert, wie man sich das wünschen würde. Daher möchte ich aus aktuellem Anlass einige Aktivitäten des deutschen E-Learning Netzwerkes, D-ELAN e.V., vorstellen. Zugegeben nicht ganz uneigennützig, da ich dort auch als Vorstand für die Finanzen zuständig bin und dabei natürlich immer auch an potentielle neue Mitglieder denke. Aber ich finde, die ganzen ehrenamtlichen Dienstleistungen, die dort geleistet werden, verdienen es, auch mal erwähnt zu werden.

Der aktuelle Anlass ist die Verleihung des Deutschen E-Learning Innovations- und Nachwuchspreises (Delina) Weiterlesen

Microblogging für die berufliche Kommunikation

Todd Mintz beschreibt in seinem Beitrag Twitter: What Are You Thinking? vier Typen von Tweets (als Tweets werden die Kurznachrichten in Twitter bezeichnet, die eine maximale Länge von 140 Zeichen haben) für die berufliche Kommunikation:

  1. “What are you doing?”: Seiner Einschätzung nach nutzen von den Menschen, die ihn interessieren, nur 5 – 8% die ursprüngliche Absicht eines Tweets.
  2. “What are you sharing?”: Mit Tweets können über Links schnell und zeitnah Hinweise auf interessante Inhalte weitergegeben werden.
  3. “The conversation”: Tweets sind ein Medium, um eine öffentliche Konversation zu verfolgen und mitdiskutieren: “Twitter is a 21st century version of the 1950´s “Party Line” where anybody with an internet connection can “listen in” and participate.”
  4. “What are you thinking”: In Twitter kann man “laut nachdenken”. Aber sich Inspirationen holen und Hintergrundinformationen bekommen: “I follow many (..) Twitterers because I hope to get additional insights from them above and beyond their blogging & article writing. Also, their non-industry related thinking tweets are great in getting to know them better as individual.”

Das päzisiert inhaltlich sehr gut die im Beitrag Was ist dran am Twitter-Hype? beschriebene Formen, wie Twitter von seinen Nutzern verwendet wird. Todd Mintz gibt noch einen wichtigen Hinweis für eine erfolgreiche Twitter-Nutzung: es muss einem gelingen, eine Balance zwischen persönlichen, beruflichen und informativen Tweets zu finden.

Was ist dran am Twitter-Hype?

Ob Twitter, die Kombination von Instant Messaging und SMS sich dauerhaft durchsetzen wird, ist eine Frage, die sich nicht nur die Kritiker stellen. Edward Mischaud ist dieser Frage in seiner Dissertation “Twitter: Expressions of the Whole Self – An Investigation into User Appropriation of a Web-based Communications Platform” nachgegangen.

Das Ergebnis seiner Untersuchung gibt einen interessanten Hinweis: Technologien werden manchmal ganz anderes genutzt und ihnen wird eine ganz andere Bedeutung zugemessen als ursprünglich gedacht:

“With Twitter, subscribers have broadened its use and customised the platform to ends arguably beyond what its creators intended. Although “What are you doing?” rests prominently at the top of the Twitter web site, it is a ‘soft’ restriction that does not in itself determine how users engage.”

Seine Schlussfolgerung: Twitter wird von seinen Nutzern als Anwendung verstanden, mit der man

  • Nachrichten an Menschen verschicken kann, die man kennt,
  • seine Ansichten und Gedanken veröffentlichen kann und
  • Neuigkeiten mit anderen austauschen kann.

So einfach kann ein Erfolgsrezept aussehen! Und man beobachtet staunend, dass nach so vielen Jahren, die wir zwischenzeitlich im PC- und dann Internetzeitalter verbracht haben, der Bedarf nach einer für diese Zwecke einfach zu nutzenden Anwendung scheinbar immer noch nicht abgedeckt war. Also gestalten wir Nutzer eben eine Anwendung wie Twitter um.

Hello, it’s Howard Rheingold

Howard RheingoldHoward Rheingold ist ein Pop-Star des Internets. Für viele ist sein Name verknüpft mit dem Begriff “Virtuelle Communities”, den er in einem Buch aus dem Jahr 1993 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte und das auf seinen Erfahrungen mit “The WELL”, einem frühen grossen Online-Forum, beruht. Seine Themen sind die kulturellen, sozialen und politischen Auswirkungen des Internets.

Vor nun fast zwanzig Jahren erschien sein Artikel “A Slice of Life in my Virtual Community”. Heute, im Web 2.0-Zeitalter, wollte Howard Rheingold den Artikel auf den aktuellen Stand bringen. Eine textbasierte Überarbeitung schien ihm aber nicht mehr angebracht, daher entschied er sich für einen Vlog.

Der Vlog “A (Re)Slice of Life in My Virtual Community — 2007” ist wirklich Pop-Art, das Thema Web 2.0 wird als Alltagsgegenstand verarbeitet. Realitätsorientiert, mit klaren Linien und flächig ohne Tiefe dargestellt. Man erfährt, wie “Social Media” das berufliche und private Leben von Howard Rheingold verändert. Also dann viel Inspiration und Vergnügen bei dem Vlog “Hello, it’s Howard Rheingold”. Aktuelles über ihn findet man übrigens in seinem Twitter-Kanal.


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Die Bedeutung von viralen Kampagnen wird zunehmen

Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Es wäre eine sehr mutige Prognose zu behaupten, dass das Motto „Websites are dead“ schon in diesem Jahr gelten wird. Aber man kann davon ausgehen, dass die Bedeutung von reinen brand- und informationsorientierten Websites geringer werden wird. Insbesondere wenn diese nicht “offen” sind und Features wie RSS-Feeds, Mikroformate, Social Bookmarking, Mehrwertservices usw. fehlen.

Qualitativ hochwertige fachliche Channels (wie Fachblogs usw.) mit einem entsprechenden Kommunikationschancen (“Markets are conversation”) werden dagegen in ihrer Bedeutung sowohl im B2C-Geschäft als auch im B2B-Geschäft noch zunehmen. Vor allem werden immer mehr Unternehmen ausserhalb der IT-Branche dieses Kommunikationswerkzeug nutzen.

Eine neue Herausforderung für die Unternehmen wird es werden, virale Kampagnen in sozialen Netzwerken zu gestalten. Das Potential für virales Marketing ist mächtig, und die “Mund-zu-Mund-Kommunikation” wird auch im Internet eine große Bedeutung bekommen. Die Unternehmen sind gut beraten, bei der Planung ihrer Internetaktivitäten jetzt zu beginnen mit diesen Themen professionell zu experimentieren und dafür einen Teil ihres Marketingbudgets zu nutzen.

Durch Web 2.0 und SaaS werden die Erwartungen der Unternehmen an die IT wachsen

Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Alexander Peters, Principal Analyst bei Forrester Research, sagt in “Sieben Trends, die die Rolle des CIO verändern werden” vorher:

“Da Unternehmen die Akquise von neuen dynamischen Business-Anwendungen, basierend auf Web 2.0 und SaaS-Plattformen, führen, werden ihre Erwartungen an die IT wachsen. Das Erbe der IT in Form von Business-Applikationen und Infrastruktur wird (aber) noch viele zukünftige Jahre überstehen.”

Eine Prognose, die ein Verständnis der technologischen Potenziale von Web 2.0 und SaaS-Plattformen für dynamische Business-Anwendungen voraussetzt, aber auch einen organisatorisch zu gestaltenden Weg der Koexistenz mit der bestehenden IT erfordert. Web 2.0 und SaaS werden bislang eher von den Fachabteilungen angestoßen oder haben den Charakter von “U-Boot-Projekten”.

Social Networking wird vielfältiger, und Microblogging wird der neue Trend

Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Den Beginn der Reihe macht Andreas Göldi mit seinen Vorhersagen auf Beobachungen zu Medienkonvergenz. Aus seinen 10 Prognosen ist mein Favorit die Nummer 9 geworden:

Social Networking wird vielfältiger, und Microblogging wird der neue Trend.

Zwei Aspekte waren für die Auswahl entscheiden: Microblogging wurde noch Mitte des letzten Jahres gerade in deutschsprachigen Blogs häufig als unsinnig abgetan (“davon halte ich gar nichts”). Aber wie bei einer SMS hat dann die einfache Nutzbarkeit dazu geführt, dass trotz der Beschränkung auf 140 Zeichen immer mehr mitmachen, und zum Erstaunen vieler Zweifler findet man eine Menge an “Alpha-Tieren” beim regelmässigen Microbloggen. Nun gut, es macht vielleicht nicht so viel Sinn zu lesen “Stehe gerade in Gera auf dem Bahnhof und warte auf den ICE”, aber jedes neue Format muss sich finden. Und gerade die Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten stimmt mich für diese Prognose optimistisch.

Zum Thema Social Networking erlebt man aktuell eine neue Dynamik, auch oder gerade im Unternehmensumfeld. Dass informale Strukturen bedeutsam sind ist ja keine so neue betriebswirtschaftliche Erkenntnis. Aber nun gibt es Technologien, mit denen solche Strukturen gelebt werden können. Und die bevorzugte Form Internet-Nutzung der “Digital Natives”, nämlich Social Networking, wird nicht ohne Einfluss auf die zukünftige Arbeitswelt sein. Innovative Unternehmen denken darüber nach, ihr neues Intranet in Form eines Social Networking-Konzeptes zu gestalten. Offene Kommunikation und Wissensmanagement soll damit endlich machbar werden.

Aber jeder, der an mehr als zwei Netzwerken beteiligt ist, spürt deutlich die Notwendigkeit für offene Strukturen und Standards wie “Open Social“.

Trends, Vorhersagen und Prognosen für 2008

Beiträge der Reihe: Glaskugel 2008

Es ist in Mode gekommen, zum Jahreswechsel seine Trends, Vorhersagen und Prognosen für das neue Jahr zu veröffentlichen. Nun gibt es aber zwischenzeitlich so viele Versuche, dass es immer schwieriger wird, noch nicht erkannte Themen zu identifizieren, nicht zum Plagiat zu werden oder sich mit seinem eigenen Beitrag zu differenzieren. Daher wollen wir mit der Reihe Glaskugel 2008 einen anderen Weg gehen und aus den veröffentlichten Vorhersagen jeweils ein Thema auswählen, das wir besonders spannend finden. Die Auswahl der Autoren ist dabei genauso subjektiv wie die Entscheidung, warum wir ein bestimmtes Thema ausgewählt haben und es unser Favorit geworden ist.

Blogs, die sich mit Prognosen 2008 beschäftigen, sind technobabble oder darrenherman.