Month: November 2006

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Festkolloquium für Prof. Peter Kern

“Geld kann man leihen, Fabriken kann man bauen, Menschen muss man gewinnen!” aus der Laudatio von Prof. Hans-Jörg Bullinger zum 65. Geburtstag von Prof. Peter Kern im Rahmen des Festkolloquiums am 30. November 2006 am Fraunhofer IAO in Stuttgart:

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Das Podcast zur Laudatio (41:26 Min.):

[audio:HAB.mp3]

Die “Kern-Aussagen” von Prof. Peter Kern:

  • “Frauen haben in meinem Leben immer eine zentrale Rolle gespielt!
  • Das Schönste am Institut waren die Erfolge!
  • Die Lebensphasen nach 65: Go Go, Slow Go, No Go, Last Go!”

Das Podcast zu den Kern-Aussagen (25:36 Min.):

[audio:PEK.mp3]

“Wir haben noch nicht viel von dieser Zukunft gesehen und verstanden” – Ein Resümee zum 2. Dresdner Zukunftsforum

Von links nach rechts: Frank Schoenefeld, Joachim Niemeier, Tim O'ReillyWichtige “Lessons Learned” aus den Vorträgen der Referenten des 2. Dresdner Zukunftsforums hat Prof. Joachim Niemeier in seinem Resumee wie folgt zusammengefasst:

Die von Richard Scase vorgestellten Fakten belegen klar, wie Indien und China auf dem Vormarsch in der globalen Wirtschaft sind. Zukünftig dürfen die geschäftlichen Aktivitäten mit diesen Ländern angesichts des expotentiellen Wachstums nicht nur unter dem “Outsourcing” und “Low Cost Factory” betrachtet werden. Im 21. Jahrhundert werden sich bestehende Geschäftsmodelle dramatisch verändern und bisherige Erfahrungen kaum eine Gültigkeit mehr haben. Es wird das Jahrhundert der kleinen Unternehmen werden, die aber auch in der Lage sind, global zu agieren.

Curtis R. Carlson argumentierte, daß allein schon zu überleben für ein Unternehmen schwer ist – das zeigt sich deutlich in der abnehmenden Lebensdauer der Großunternehmen. Innovation ist der einzige Weg für ein Unternehmen um dauerhaft erfolgreich zu sein. Obwohl jeder CEO sofort die Bedeutung von Innovationen für den Erfolg bestätigen wird, könnten die wenigsten dazu eine systematische Vorgehensweise in ihren Unternehmen aufzeigen.

Angesichts der Resonanz in der Blogosphäre auf sein aktuelles Spiegel-Interview stellte sich Jaron Lanier als einen “freundlichen Kritiker” der aktuellen Entwicklungen im Internet vor. Das Primat von Gruppen und Teams im Web 2.0-Zeitalter ist häufig ein Mythos. Individuen sind häufig einfach besser, nur ist es recht unwahrscheinlich, dass man diese Personen im Unternehmen immer zur Verfügung hat. Daher wird in Unternehmen wohl beides benötigt werden: Schwarmintelligenz und Elite bzw. Einzelintelligenz. Ein Unternehmen muss daher eine geeignete Arbeitsumgebung schaffen, die sowohl für hochkreative Einzelkämpfer und Leitwölfe als auch für kooperierende Teams geeignet ist. Die Warnung vor einem fanatischen, vollständigen Glauben an die Macht der Technologie ist berechtigt, insbesondere, wenn damit die Stimme des Einzelnen und seine Kreativität unterdrückt werden.

Tim O`Reilly machte deutlich, daß Software immer weniger als ein Produkt zu verstehen ist, sondern vielmehr zum Prozess wird. Während Software bislang vor allem die Konzepte der Entwickler abbildete, stehen nun immer deutlicher die Handlungen der Anwender im Zentrum. Kurze Entwicklungszeiten und Netzwerkeffekte verstärken diese Trends.

Die Empfehlung von Joachim Niemeier zum Schluss der Veranstaltung lautete, jetzt die Web 2.0 Ansätze auch in den Unternehmen einzusetzen. Für viele Unternehmen sind Web 2.0-Ansätze häufig noch eine unbekannte Größe, eine Situation, die mit der Nutzung des Internets in den Unternehmen im Jahr 1996 vergleichbar ist. Manch ein Entscheidungsträger wird die damit zusammenhängenden Veränderungen von Strukturen und Prozessen, insbesondere aber auch der Kultur in den Unternehmen, eher kritisch sehen. Die in den Vorträgen von Richard Scase und Curtis R. Carlson beschriebenen Veränderungen in der Wirtschaft legen aber dringend nahe, das Thema Web 2.0 in den Unternehmen auf die Tagesordnung zu nehmen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, gilt es jetzt, zügig Erfahrungen zu sammeln und die Nutzenpotentiale in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen zu erschließen. Wir haben zwar noch nicht viel von dieser Zukunft gesehen und verstanden, aber die Zukunft hat bereits begonnen.

Der folgende Podcast liefert die Zusammenfassung: 13:16 Min. (Achtung ca. 12 MB Download)

Zukunft des Internets – What is Web 2.0: Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software

Tim O’Reilly, Gründer und Geschäftsführer des O’Reilly Verlages, hat vieles, was es zum Thema Web 2.0 zu sagen gibt, in seinem Radar veröffentlicht. Sein Vortrag umfasst weitgehend auch bereits schon an anderer Stelle Gesagtes, angereichert mit aktuellen Beispielen. Eine deutsche ausführliche Version seines Beitrages zu “Was ist Web 2.0?” findet man hier.

Dennoch hat er auf dem 2. Dresdner Zukunftsforum sehr charismatisch rüber gebracht, was die inzwischen bekannten, Marketing-Slogan-ähnlichen Aspekte des Web 2.0 selbst nicht ausdrücken könnten:

  • Nicht Software-Anwendung sondern Informations-Anwendung.
  • Software as a Service (SaaS).
  • Internet nicht als Ergänzung zum PC sondern als Plattform.
  • Nutzbarmachung der kollektiven Intelligenz (Schwarmintelligenz versus Eliteintelligenz).
  • Open Source im Paradigmenwechel der “Alpha Geeks”.
  • User Added Value: Die Nutzer/Kunden zu Mitarbeitern des Unternehmens machen!
  • Netzwerkeffekte: “A platform beats the application, every time” – Web 2.0 Anwendungen bilden das Netzwerk!
  • Perpetual Beta: Software und Services als dynamischer “ongoing” Prozess.

Mehr von diesem Vortrag findet man hier: Tim O’Reilly: Der Web-Meister – manager-magazin.de

Zukunft des Internets – The New Definition of Personhood

Dr. Jaron Lanier, Internetvisionär, Wissenschaftler, Musiker, mit eigener und Biografie in Wikipedia, bekannt aus der Virtual Reality Welt und aus dem Abspann von Minority Report und seit dem Spiegel-Interview etwas umstritten. Neben vielen Beispielen präsentiert er auf dem Dresdner Zukunftsforum ein Beispiel aus Sicht der Geschäftswelt Second Life, eine virtuelle Welt, die als Spiel begonnen hat und inzwischen zu einem voll funktionierenden Marktplatz im Internet geworden ist, in dem man beispielsweise Immobilien oder Inseln kaufen kann. Zunehmend engagieren sich auch Firmen dort und kaufen sich ein, um die Kreativität dieser virtuellen Gestaltungswelt für die reale Welt zu nutzen.

Innovation – The Five Disciplines for Creating What Customers Want

Curtis R. Carlson: The Journey of Innovation Innovation ist eine Reise, kein Event, ein Prozess, der ein System benötigt, ähnlich TQM. Dr. Curtis R. Carlson, Präsident und Geschäftsführer von SRI International: Schneller neuen Kundennutzen zu schaffen, verspricht er in seinem Buch “The Five Disciplines for Creating What Customers Want”.

Wie sein Innovationsverfahren “der fünf Disziplinen zur Innovation” funktioniert, präsentiert er auf dem 2. Dresdner Zukunftsforum. Das Framework für eine innovative Organisation umfasst:

  • Important Customer Need
  • Value Creation
  • Innovation Champion
  • Innovation Team
  • Organisational Alignment

Der Schlüssel, um die Herausforderungen der expontential Economy und dramatischen Entwicklung der Lifetime von großen Unternehmen entgegenzuwirken, ist die Innovation.

Ein gewisser Deja-vue Effekt: Die Kerndisziplinen zum Aufbau einer lernenden Organisation von Peter Senge 1990? Das Ziel geht in dieselbe Richtung: eine Methode und systematische Vorgehensweise für die Innovationsfähigkeit in einer Organisation zu etablieren.

Globalisierung der Märkte – Global Remix and the New Business Playlist

Richard Scase, Professor für Organisation und Führung an der Universität Kent, berichtete auf dem 2. Dresdner Zukunftsforum aus seinem neuen Buch “Global Remix and the New Business Playlist”, das er vor wenigen Tagen zum ersten Mal in London präsentiert hat.

Anhand von Beispielen und Statistiken erläuterte er das Thema Globilisierung der zweiten Generation als neue Herausforderung, den “Global Remix”. Die Keyplayer der Globalisierung liegen in den USA und in den Zukunftsmärkten China und Indien. Von den Top 40-Universitäten, die die Menschen für diese Märkte ausbilden, sind 35 in den USA, drei in UK, eine jeweils in Frankreich und China – aber keine deutsche Uni ist darunter. Richard Scase sieht das Ausbildungssystem in Europa kritisch: “Wir trainieren Mitarbeiter für ein Jahrhundert, das es längst nicht mehr gibt.”

In dem ersten kurzen Podcast-Ausschnitt (04:09 Min.) geht Prof. Scase auf das Thema Kreativität und die Erwartungen der iPod-Generation an die Unternehmen in der Zukunft ein. Der vollständige Webcast kann hier abgerufen werden (Registrierung erforderlich).

Kleinen Unternehmen, die in der Lage sind, in flexiblen Konfigurationen und ggf. unter dem “Brand” eines großen Unternehmens zu agieren, gehört die Zukunft. Unternehmen benötigen für die Herausforderungen des neuen “Global Remix”, unabhängig von der Unternehmensgrösse, neue Strategien und veränderte Geschäftsmodelle zur Bewältigung von Führungs-, Arbeits- und Unternehmensstrukturen:

  • Internationale Partnerschaften
  • Diversifizierung des Geschäfts und
  • geschäftliche Aktivitäten, die an die Ethiken der Nationen angepasst sind

Die neue “Business Playlist” für die Unternehmen besteht aus folgenden Aspekten:

  • Erlauben einer kulturellen Vielfalt
  • Fördern einer unternehmerischen Kultur
  • Arbeitsbedingungen entwickeln, die auf für die zukünftige iPod-Generation attraktiv sind
  • Fokussierierung auf Führung, nicht auf Management
  • In allen Unternehmensgrössen eine Unternehmenskultur wie in kleinen Unternehmen schaffen

Im zukünftigen “Globally Integrated Enterprise (GIE)” spielen eine integrierte strategische Steuerung, abgestimmte operationale Prozesse und unternehmerisch agierende dezentrale Einheiten, die über Geschäftsstrategien koordiniert werden, eine wichtige Rolle. Zur Koordinierung der weltweit verteilten Geschäftseinheiten und “Knowledge Pools” ist Wissensmanagement die zentrale Komponente. Die “Key Issues” für diese Unternehmen fasst er wie folgt zusammen (kann auch als zweiter Podcast-Ausschnitt 04:35 Min. angehört werden werden):

  • “Managing change
  • Outsourcing back office data management
  • CIO and IT directors as leaders
  • Protecting corporate security”

Die Folien von Richard Scase können abgerufen werden bei:

http://www.richardscase.com/events?event=26 | Password: 06tsystems

Kundenmanagement im Web 2.0

Längst kann nicht mehr jedes Produkt oder jede Dienstleistung durch den Vertrieb persönlich vermarktet werden. Der Wissensbedarf von potentiellen Kunden übersteigt häufig das Wissen Einzelner. Services im B2B erreichen inzwischen eine Vielfalt und Komplexität, die eine Erklärungsnotwendigkeit, ähnlich wie im Investitionsgüterbereich, haben. Konsumer orientieren sich im Vorfeld von Kaufentscheidungen zunehmend an den Meinungen und Bewertungen anderer. Nach einer neuesten Studie von ipsos haben 30% der deutschen Internetnutzer ein Produkt aufgrund von negativen Kommentaren im Internet nicht gekauft.

Vor diesem Hintergrund wird die Gestaltung von Vertriebs- und Marketingkanälen im Internet zu einer innovativen Herausforderung. Die folgende Präsentation soll an einigen Anwendungsbeispielen Web 2.0 als Gestaltungselement für modernes Kundenmanagement aufzeigen.

[slideshare id=10051&doc=kundenmanagement-im-web-20-5028]

State of the Internet

Die Präsentation von Mary Meeker von Morgan Stanley auf der Web 2.0 Konferenz vom 7.-9. November 2006 in San Francisco liefert interessante Daten und Zahlen zur Entwicklung des Internet zum Web 2.0.

[slideshare id=9694&doc=the-state-of-the-internet-web-20-15661]

T-Systems Multimedia Solutions gewinnt den EFQM-Preis für Business Excellence

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Auf dem EFQM-Forum 2006 in Budapest wurde gestern abend unser Projektpartner, die T-Systems Multimedia Solutions GmbH (MMS), als Vorbild für Business Excellence ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!!! Den diesjährigen Preis erhielt die MMS in der Kategorie “Mitarbeiterentwicklung und -beteiligung”.

Der Laudator hob als Vorbild für andere Unternehmen besonders

1. das innovative technische Wissen der Mitarbeiter,
2. die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und
3. das stringente Projektmanagement

der MMS hervor.

In einer dynamischen, sich ständig verändernden und manchmal auch komplexen Umwelt hat das Team der MMS den Assessoren bewiesen, daß es durch den konstanten Austausch von wichtigen Informationen und ein aktives Wissensmanagement wie die Crew auf Segelboot bei wechselnden Winden und neuen Herausforderungen den richtigen Weg zum 100 Mio. € – Unternehmen erfolgreich finden wird.

Die Laudatio kann man gleich hier mit dem Player anhören, weitere Bilder von der Preisverleihung findet man hier. Mehr Informationen zur Auszeichnung der MMS als “Price Winner” in der Kategorie “Mitarbeiterentwicklung und -beteiligung” findet man hier.